Profile europäischer jüdischer Sammlungen und Sammler
Um mehr über die Kultur in der jüdischen Welt zu erfahren, die eine Vielzahl von Sammlern hervorgebracht hat, startete das JDCRP ein neues Projekt, das das Schicksal einzelner Kunstsammlungen jüdischer Sammler in den von den Nazis besetzten Ländern beleuchtet. Das Projekt verfolgt dabei den Ansatz der digitalen Geisteswissenschaften, der bereits beim EU-finanzierten JDCRP-Pilotprojekt zur Sammlung Adolphe Schloss erfolgreich eingesetzt wurde, um ein tieferes Verständnis für das kulturelle Umfeld des Sammlers, die Mechanismen der Plünderung und das Schicksal der Sammlung nach dem Krieg zu fördern.
Freud Familie

Quelle: Alexander und Sigmund Freud im Jahr Grinzing, 1937, Freud Museum. https://www.freud-museum.at/en/exhibitions-program/exhibition-details/articles/documents-of-injustice-the-case-of-freud
Die Familie Freud nahm vor 1938 eine herausragende Stellung im intellektuellen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben Österreichs ein: Sigmund Freud (1856–1939) war der international renommierte Begründer der Psychoanalyse, sein Bruder Alexander Freud (1866–1943) ein wohlhabender Verleger und Experte für Transportrecht, und ihre vier Schwestern – Rosa, Maria, Pauline und Adolfine – führten ein bürgerliches Wiener Leben.
Das Ausmaß des Raubs aus dem Besitz der Familie Freud reichte von Unternehmen, Büchern und Kunstsammlungen bis hin zu Hausrat und religiösen Gegenständen.
Čelebonović Familie

Quelle: https://www.myheritage.com/research/record-1-OYYV6QXNUZF37BFPU5ABD7XGHBER56I-1-500198/jakov-Čelebonović -in-myheritage-family-trees, Zugriff am 29. Dezember 2025.
Jakov Čelebonović (1868–1950) war ein bedeutender Jurist und Präsident der sephardisch-jüdischen Gemeinde in Belgrad, Jugoslawien. Sein Haus fungierte vor dem Krieg als wichtiger kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt. Jakovs Söhne, Marko (1902–1986) und Aleksa Čelebonović (1917–1987), wurden ebenfalls zu bedeutenden Kulturpersönlichkeiten: Marko war ein international tätiger Maler, und Aleksa entwickelte sich später zu einem der führenden Kunstkritiker Jugoslawiens.
Während der deutschen Besatzung wurde ihre Wohnstätte beschlagnahmt und ihr Kulturgut in großem Umfang geraubt, und spiegelte damit die weitreichenden Enteignungen wider, die serbischen Jüdinnen und Juden erlitten.
Hermann Leopoldi

Quelle: https://www.buchenwald.de/en/geschichte/biografien/ltg-ausstellung/hermann-leopoldi, Zugriff am 29. Dezember 2025.
Hermann Leopoldi (1888–1959) war einer der bekanntesten musikalischen Humoristen der Wiener Zwischenkriegszeit sowie Liedermacher und Interpret, dessen Gespür für das Wienerlied ihn zu einem bekannten Namen machte.
Wie viele jüdische Künstler wurde er durch schwarze Listen und bürokratische Enteignung aus der österreichischen Musikwirtschaft ausgeschlossen; zugleich wurden seine persönlichen Besitztümer – darunter sein Bösendorfer-Flügel – geraubt.
Jenő Vida

Quelle: Országos Széchényi Könyvtár, Kézirattár.
Jenő Vida (1872–1945) war einer der einflussreichsten jüdischen Industriellen und Kunstsammler Ungarns.
Aufgrund seiner prominenten Stellung wurde Vida nach der deutschen Besetzung Ungarns im März 1944 frühzeitig zum Ziel. Sein Wohnsitz und seine umfangreiche Kunstsammlung wurden von der SS beschlagnahmt, wobei Dutzende von Gemälden verpackt und abtransportiert wurden.
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zuletzt aktualisiert Februar 2026

